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Musik und Revolution. Die Produktion von Identität und Raum durch Musik in Zentraleuropa 1848/49.

Barbara Boisits (Hg.), Wien: Hollitzer Wissenschaftsverlag, 2013, 672 S., 17 x 24 cm, Hardcover

ISBN 978-3-99012-127-6 (hbk) € 79,00
ISBN 978-3-99012-129-0 (epub),  erhältlich u.a. bei Amazon, iTunes (€ 49,99)
ISBN 978-3-99012-128-3 (pdf), erhältlich u.a. bei Thalia (€ 49,99)


Keine Revolution kommt ohne Musik aus, und dennoch wird dieser Zusammenhang selten thematisiert. Das gilt insbesondere für das „tolle Jahr“ 1848. Der Bedarf an Revolutionsmusik war groß: jede Kompagnie einer Nationalgarde oder Akademischen Legion wollte ihre eigenen Lieder und Märsche. Diese erklangen bei Aufzügen, Fackelzügen, Fahnenweihen, in den Straßen, auf den Barrikaden, in Konzerten und sogar in den Salons. Auch bekannte Lieder wie das studentische Fuchslied oder die Kaiserhymne wurden in den Dienst der Revolution gestellt. So gut wie alle Komponisten dieser Zeit (darunter auch einige Komponistinnen) beteiligten sich an der Produktion einschlägiger Werke, viele MusikerInnen an deren Ausführung, wenngleich so mancher sich in der nachrevolutionären, neoabsolutistischen Phase wieder davon distanzierte. Auch die Konzert- und Theaterprogramme reagierten musikalisch auf die politischen Ereignisse. Im Zentrum der Untersuchung steht Wien, doch wird der musikalischen Seite der Revolution auch in Graz, Klagenfurt, Triest, Ljubljana, Zagreb, Novi Sad, Budapest, Pressburg, Prag und in Lombardo-Venetien nachgegangen.

Kurzbiographie Barbara Boisits

Inhalt

Vorwort

Pieter M. Judson:
About this book

Barbara Boisits:
Einleitung

I. Topographische Aspekte

Wolfgang Häusler:
Marseillaise, Katzenmusik und Fuchslied als Mittel sozialen und politischen Protests in der Wiener Revolution 1848

Hubert Reitterer:
„... durch lärmende Musik und Jubelschreie aufgeweckt.“
Die Musik (insbesondere die Katzenmusik) bei der Wiener Revolution von 1848 in den Tagebüchern des Matthias Franz Perth. (Mit einem Anhang über den Kapellmeister des akademischen Mediziner-Korps Romeo Kosak)

Ingeborg Harer:
„Unter Musik und Trommelschlag“
Musikalisch-chronologische Streiflichter der Ereignisse in Graz um 1848

Walburga Litschauer:
„Im nächtlichen Dunkel sang der Chor am Platze“
Klagenfurter Musikleben 1848

Christian Fastl:
„Was ist des Deutschen Vaterland? – Gewiß, es ist das Österreich, an Ehren und an Siegen reich.“
Das Männerchorwesen in Österreich 1848/49

Gregor Kokorz:
Triest 1848
Musik im Spannungsfeld nationaler Diskurse

Miroslava Pejović:
Die Märzrevolution im „Zentrum der Peripherie“ der Habsburgermonarchie
Neue Tendenzen im Musikleben Laibachs um die Mitte des 19. Jahrhunderts

Lujza Tari:
Revolution, War of Independence in 1848/49 and its Remembering in the Traditional Music

Vjera Katalinić:
Die Musikkultur in Zagreb im Jahr 1848/49

Marijana Kokanović Marković:
Das Musikleben in Novi Sad vor 1848

Haiganuş Preda-Schimek:
Musik und Ideologie in moldo-walachischen Salons um 1848

Jana Lengova:
Der „Slowakische Frühling“ 1848/49 und die Musik

Viktor Velek:
Die Sternstunde der familia sancti Wenceslai
Zur Rolle der auf den heiligen Wenzel bezogenen Musiktradition im Jahre 1848

Vlasta Reittererova:
„Schwillt die Brust, tönt der Klang.“
Ein Revolutionslied aus Zufall

II . Aspekte der Konterrevolution

Björn R. Tammen:
„O! es ist eine herrliche Morgenröthe!“
Joseph Proksch – Revolutionär wider Willen?

Susanne Antonicek:
„Widrigenfalls wird mit Entlassung gedroht.“
Die Wiener Hofmusikkapelle im Revolutionsjahr 1848

Michaela Krucsay:
„Bombelles und Cibini ziehen mit langen Nasen ab.“
Katharina Cibbini-Koželuch im Spiegel der revolutionären Presse

Gerlinde Haid †:
„und mueß in Gottsnahm wern Soldat.“
Die Revolutionsjahre in den Liedzeugnissen des Altausseer Bergarbeiters Johann Kain, genannt „Bachwirt“

III. Das Repertoire

Thomas Aigner:
Tanz auf dem Vulkan
Wiener Ball- und Marschmusik im Revolutionsjahr 1848

Erich Wolfgang Partsch:
Revolutionsmusik?
Zum Wiener Repertoire im Jahre 1848

Helmut Kowar:
Die Revolution im Wohnzimmer

Gernot Gruber:
Revolutionen der Kunst und der Politik: ein Widerspruch?
Zu Alfred Julius Bechers Streichquartett in A-Dur

Dominik Šedivý:
Alfred Julius Bechers Sinfoniefragment in d-moll

Antonio Baldassarre:
„Onore a questi prodi! Onore a tutta l’Italia che in questo momento e veramente grande!“
Giuseppe Verdi und seine Musik im Kontext der italienischen Revolutionsbewegung von 1848/49

IV. Vor- und nachmärzliche Bezüge

Frank Hentschel:
Gustav Schilling, Franz Brendel und das Denkmuster der Emanzipation
Zum Befreiungsplot deutschsprachiger Musikgeschichten im Umfeld von 1848/49

Barbara Boisits:
„Das Wort ist frei, die Kunst ist frei.“
Wiener Musikkritik im Revolutionsjahr 1848

Werner Telesko:
Das Jahr 1848 und seine Bedeutung für die Mythisierung historischer Ereignisse in der bildenden Kunst Österreichs

Hermann Blume:
Der tönende Memnon – Klänge zum Steinerweichen
Musikalischer Schmerz in vormärzlichen Texten (Grillparzer, Stifter, Mayrhofer, Feuchtersleben)

Christoph Landerer:
1848 und die Wissenschaften
Staatliche Bildungsplanung und der österreichische Weg in die Moderne

 

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