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Österreichische Musikzeitschrift

Ab dem Jahrgang 70/2015 erscheint die Österreichische Musikzeitschrift im Hollitzer Verlag. Abobestellungen bitte per E-Mail an vertrieb(at)hollitzer(dot)at. Das Jahresabo kostet EUR 44,-- (zzgl. Porto). Einzelhefte kosten EUR 9,50 und können über den Buchhandel bezogen werden.

 

Seit 1946 bietet die Österreichische Musikzeitschrift dem musikwissenschaftlichen Diskurs und der kritischen Begleitung des Musiklebens eine einzigartige Plattform. Die ÖMZ ist das repräsentative Publikationsorgan für die „klassische“ und neue Musik, das Musik- und Musiktheaterleben in Österreich und im mittleren Donauraum; die Zeitschrift nimmt den aktuellen Musik- und Musiktheaterbetrieb Österreichs und der angrenzenden Regionen in den Blick (mitsamt der Präsenz von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern auf internationalen Ebenen) und behandelt aktuelle Themen des allgemeinen Kulturlebens im Hinblick auf die Musik sowie musikalische und musikhistorische Forschungsthemen. Intendiert ist eine journalistisch ausgerichtete Redaktionsarbeit mit wissenschaftlicher Fundierung.

Der von der ÖMZ in den letzten Jahrzehnten gewonnene Zuschnitt erscheint nicht nur in Österreich und im deutschsprachigen Ausland singulär, sondern in ganz Europa.

Die ÖMZ will zum (Wieder-)Aufschließen musikspezifischer Diskussionen zum allgemeinen intellektuellen Diskurs beitragen; sie sorgt für „Bodenhaftung“ bei den österreichischen Musiklehranstalten, Musikverbänden, Musik- und Theaterinstitutionen und rückt deren speziellen Fragen und Interessen in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, die europäischen und globalen Probleme (Beispiele: Urheberrecht, soziale Deklassierung von Musikschaffenden, MusikerInnenbelange, Studienordnungen etc.).

Die ÖMZ blickt beständig über die Grenzpfähle und richtet besonderes Augenmerk auf das Musik(theater)leben im Donauraum (also: Ungarn, Slowenien, Kroatien, Slowakei, Tschechien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldavien, Ukraine und (Süd-)Deutschland, aber auch Polen und Schweiz); die Zeitschrift nimmt zugleich die großen Linien internationaler Entwicklungen und Tendenzen wahr.

Die ÖMZ ist ein von staatlichen Institutionen, Parteien, Kirchen und religiösen Vereinigungen, Banken und Konzernen, Fachverbänden und Kulturbetreiberinstitutionen unabhängiges Organ (und für diese ggf. gerade durch Unabhängigkeit und Distanz wertvoll); die Zeitschrift räumt der Kritik und Kommentierung hinreichend Platz ein und trägt dem gesellschaftlichen Pluralismus Rechnung.

Heft 5/2015: Bernhard, Jandl, Jelinek

Auch die neuere österreichische Literatur weist starke Affinitäten zur Musik auf. Drei höchst unterschiedlich gepolte AutorInnen rücken in den Fokus: Thomas Bernhard, der sich im Roman Der Untergeher an Fragen der pianistischen Perfektion abarbeitete und mit Holzfällen dem Tonsetzer Auersberger als »ewigem Webern-Nachfolger« ein paar Liebesgrüße verabreichte – wodurch sich der Komponist Gerhard Lampersberg auf den Schlips getreten fühlte, mit dem Bernhard in jungen Jahren die Kammeroper rosen der einöde konzipiert und ausgearbeitet hatte. Die Spuren, die Ernst Jandl in der Musikgeschichte hinterließ, reichen von der Jazz-Szene bis zu Friedrich Cerha. Dass im literarisch-musikalischen Dreigestirn Elfriede Jelinek aufleuchtet, bedarf vor dem Hintergrund von Clara S., der Klavierspielerin und den Schubert-Huldigungen der Nobelpreisträgerin keiner Begründung. Zum Inhalt.

Heft 4/2015: Aufhören! Vom Ende in der Musik

„Dass sie nicht enden können, das macht die großen Werke groß“, schrieb der Philosoph Ernst Bloch über seinen Kollegen Hegel. Der Satz gilt in gleicher Weise für dessen Zeitgenossen Beethoven – und nicht nur für das „ewige Leben“ in der Rezeptionsgeschichte, sondern auch für manches Werk (vor allem die heroischen Symphonie-Finalsätze oder den Fidelio). Bei Theaterlicht besehen lässt er sich auch auf den zweiten Akt der Oper aller Opern, des Don Giovanni, anwenden sowie auf viele Arbeiten der nachfolgenden Komponisten-Generationen – von den „himmlischen Längen“ Schuberts bis zu zahlreichen Beispielen der neuesten Kammermusik. Mit dem Themenschwerpunkt „Aufhören!“ geht es aber auch um das (zu?) frühe Ende von Tonkünstlern wie um das (zu?) späte Beenden von Tonkünstler-Karrieren. Zum Inhalt.

Heft 3/2015: Die Dirigentin - Geschlechterkampf im Orchestergraben?

Dompteur, Dämon, Despot – wie kein zweiter steht der Dirigentenberuf für musikalische Machtausübung, die traditionell mit Männlichkeit assoziiert wird. Dass im Pantheon und selbst in der Mittelklasse der Frackträger für Frauen kaum Platz bleibt, ist ein Indiz dafür, wie beharrlich stereotype Geschlechterrollen auch in der „klassischen“ Musikkultur die kollektive Wahrnehmung prägen. Das Bild des Befehlshabers über orchestrale Klang-„Körper“ ist dabei nicht das einzige Beispiel greller Zuschreibungen – am anderen Ende der Skala steht „die Diva“: opulent gekleidet, exzentrisch und verführerisch im Rampenlicht, dient sie als Projektionsfläche erotischer Phantasien und Begierden. Die ÖMZ analysiert Anachronismen und würdigt Individuen, deren Karrieren aus dem eingeübten Rollenspiel ausscheren. Zum Inhalt.

Heft 2/2015: Wie (a-)sozial ist die Musik?

MusikerInnen in Mitteleuropa verhalten sich per se nicht sozialer oder asozialer als Angehörige anderer künstlerischer Berufe. Sie beweisen in Teams und Kollektiven (und bereits während der Ausbildung) bei allem strukturell vorgegebenen Konkurrenzverhalten bemerkenswerten „Korpsgeist“ und oft auch Solidarität. Ist bei ihnen eine besondere Affinität zur Wohltätigkeit oder Bosheit zu diagnostizieren? Fest steht: Durch Musik wird per se weder „der Mensch“ noch „die Welt“ besser – Letztere aber immerhin lebenswerter. Selbst maliziöse Tonkünste können niemanden „verderben“ (an diesem Punkt haben sich ältere philosophische Auffassungen als ordnungspolitisch gut gemeinte Irrtümer erwiesen). Ist die ökonomische Situation der Musikschaffenden härter oder günstiger als die in vergleichbaren Berufsfeldern? Musik steht und fällt jedenfalls in besonderer Weise im bzw. mit dem sozialen Gefüge. Es erscheint nicht müßig, dies immer wieder unter die Lupe zu nehmen. Zum Inhalt.

Heft 1/2015: 1815 – Musik zum Siegen und Tanzen

„Der Weltkreis ruht, von Ungeheuern trächtig“, schrieb Goethe nach dem Sturz Napoléons, als der Wiener Kongress Europa aus dem Geist der Ancienne Époque neu ordnete. Während am Horizont Ruhe einkehrte, wurde in der Verhandlungsstadt die Musik laut – zumal dort, wo „sie am sinnlichsten mit dem Leben vermählt ist, im Tanze“ (R. Schumann). Mit dem Walzer brach eine neue Dimension von Unterhaltungskunst an. Gestützt auf neueren Forschungsstand schreitet die ÖMZ die elysischen und martialischen Felder der Wiener Musik ab – von den repräsentativen Kalibern Beethovens, den heroischen Nachträgen Webers und Schuberts zum antinapoleonischen Krieg bis zum „Dämon des Wiener musikalischen Volksgeistes“ (R. Wagner über J. Strauß Vater) und dem, was an bramarbasierendem Ton sich bis 1914 fortpflanzte. Zum Inhalt.

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