Sebastian Mertens: Musik als klingende Didaktik. Pädagogische Intentionalität als kompositorische Idee, Augsburg: Wißner Musikbuch Verlag, 2013 (Forum Musikpädagogik Band 120, Augsburger Schriften), 180 Seiten, 17 x 24 cm, Deutsch, Softcover
ISBN 978-3-99094-402-8 (pbk) € 24,80
Musik als klingende Didaktik
Pädagogische Intentionalität als kompositorische Idee
Musik als klingende Didaktik zu bezeichnen ruft den möglichen Einwand hervor, dass Didaktik natürlich nicht klingen könne. Didaktik bleibt eine Wissenschaft, die im Medium von Sprache formuliert wird. Klingende Didaktik meint stattdessen ein Denken im Medium von Klang, das von anderem Denken überformt, beeinfl usst, zumindest konnotiert ist: Die Weise des Denkens in Klang orientiert sich nach didaktischen Prämissen. In diesem Buch geht es um die Untersuchung einer besonderen Art von ästhetischer Praxis, nämlich solcher, in der sich pädagogische Intentionalität ereignet. Der Fokus des Theorieteils und der verwendeten Musikbeispiele liegt auf der sich in bestimmter Musik vollziehenden Absicht, mit welcher jene verfasst wurde und als deren Entäußerung sie rezipiert werden kann: ohne ihr Gewalt anzutun im Kontext pädagogisch relevanter Ideen verortet werden zu können.
Gleichzeitig leistet das Buch aber auch eine Einführung in die Begriffe der Kunstmusik, der ästhetischen Bildung und des Konstruktivismus. Es ist daher sowohl für Studienanfänger, als auch für vertiefte Studien geeignet
und wendet sich nicht nur an Musikpädagogen, sondern auch an Musikwissenschaftler, da die Untersuchung dieser bestimmten Art von Musik einen Ansatz notwendig macht, der für Partizipation von Musikwissenschaft
und Musikpädagogik sorgen könnte.
INHALT
Vorwort
Einleitung
1. Kunst-Musik: Autonomie und Intentionalität
1.1 Ein Differenzierungsversuch: ästhetische und mechanische Kunst
1.2 Kunst als Stilmetapher
1.3 Zum Gebrauch des Begriffes Kunstwerk
2. Didaktische Erwartungen an die Musik
2.1 Musikpädagogische Musik?
2.2 Durch Musik erziehen?
2.3 Pädagogische Intentionalität als kompositorische Idee
2.3.1 Musiklernen
2.3.2 Musik-Verstehen
2.3.3 Musik und Erziehung
2.3.4 Musikalische Bildung
3. Aspekte pädagogischer Intentionalität
3.1 Ästhetische Bildung
3.2 Zum Bildungspotential der Künste
3.3 „Intentio auctoris“
3.4 „Intentio operis“
3.5 „Intentio lectoris“
3.5.1 Exkurs: Anthropologische Aspekte der Bedeutungsgenerierung
4. Beispiele klingender Didaktik
4.1 Ohren richten: Central Park in the Dark von Charles Ives
4.1.1 (Mögliche) Intentionen des Komponisten
4.1.2 Mögliche Werkintentionen, die vom Komponisten angeregt werden
4.1.3 Pädagogische Intentionalität in Central Park in the Dark
4.2 Musikverstehen: Stockhausens Spiral
4.2.1 Intentionen des Komponisten
4.2.2 Pädagogische Intentionalität in Spiral
4.3 Musik und Erziehung: Beethovens 4. Satz aus der 9. Symphonie
4.3.1 Mögliche Intentionen des Komponisten und des Werkes
4.3.2 Pädagogische Intentionalität im Chorfinale
4.4 Musikalische Bildung: Stockhausens Telemusik
4.4.1 Zuweisung möglicher Intentionen
4.4.2 Pädagogische Intentionalität in Telemusik
4.5 Musikalisch-nichtästhetische Bildung: Kagels Sankt-Bach-Passion
4.5.1 Zum Verhältnis zwischen Libretto und Musik
4.5.2 Pädagogische Intentionalität in Kagels Sankt-Bach-Passion
5. Zusammenfassung und Perspektiven
5.1 „Partizipation“ als Befruchtung eines musikwissenschaftlichanalytischen
Zugangs durch musikpädagogische Fragestellungen
5.2 Bereicherung von Musikpädagogik durch Teilhabe an
musikwissenschaftlichen bzw. musikästhetischen Einsichten
5.3 Überwindung der systematischen Trennung der Intentions-Bereiche
durch kompositorisch-ästhetische Praxis
5.4 Ausblick
Nachwort
Literaturverzeichnis

