Cover Gesteigertes Leben

Andrea Amort (Hg.) unter Mitarbeit von Sonja Browne und Alfred Oberzaucher: Gesteigertes Leben. Moderne Tanzwelt in Hellerau-Laxenburg bei Wien (1925–39), Wien: Hollitzer Verlag, 2026, 512 Seiten, 21 x 26,5 cm, Deutsch, Hardcover, mit zahlreichen Abbildungen

ISBN 978-3-99094-702-9 (hbk) € 45,00
ISBN 978-3-99094-703-6 (pdf) € 44,99

Erscheint im August 2026.

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Andrea Amort

Gesteigertes Leben

Moderne Tanzwelt in Hellerau-Laxenburg bei Wien (1925–39)

1925 übersiedelte die internationale Künstler:innenkolonie aus Hellerau bei Dresden ins Alte Schloss in Laxenburg bei Wien – Christine Baer-Frissell und Karl M. Baer, Emmy Ferand und Ernst Ferand sowie Valeria Kratina und Rosalia Chladek. Sie hatten das Ziel, die rhythmisch-musikalische Bildung, wie sie vor dem Ersten Weltkrieg europaweit vom in Wien geborenen Musiker und Rhythmus-Apologeten Émile Jaques-Dalcroze populär gemacht worden war, zu erneuern. Nicht die Musik sollte die körperlich-künstlerische Bewegung regeln, sondern die gestalterische individuelle Kraft des Einzelnen. Die dreijährige Tanzausbildung verband die tanzbezogenen Hauptfächer mit interdisziplinären Seminaren, vermittelt von spannenden Kräften wie Lilli Roubiczek, Oskar Strnad, Egon Wellesz u. a. Hellerau-Laxenburg zog Interessierte aus aller Welt an, darunter auch Samuel Beckett. Die NS-Diktatur schloss das private Unternehmen 1939. Zahlreiche jüdische Studierende und Lehrende wurden Opfer des Nationalsozialismus.

Unter Mitarbeit von Alfred Oberzaucher und Sonja Browne und
mit Beiträgen von Andrea Amort, Beata Bauder, Ladislav Beneš,
Roland Fischer-Briand, Lívia Fuchs, Johanna Laakkonen, Esther Lottes,
Wolfgang Mastny, Gunhild Oberzaucher-Schüller, Hanna Raszewska-Kursa,
Martina Seidl, Nikolaus Selimov

CONTENTS

GELEITWORT
Franz Pichorner

EINLEITUNG
Andrea Amort
 

TEIL 1: AUFSTIEG UND ENDE VON HELLERAU-LAXENBURG

Europaweit breitete sich Émile Jaques-Dalcrozes Rhythmus-
Bewegung ab 1905 aus. Nach kurzen Gipfeljahren in Hellerau-
Dresden landeten kritische Abtrünnige ohne den Meister 1925 in Österreich. Die Schule Hellerau-Laxenburg rückte neben der Rhythmik und der Gymnastik vor allem den
Modernen Tanz in Pädagogik und künstlerischer Praxis in den
Vordergrund. Die faschistische Zeitpolitik beendete das auf Hochschulniveau betriebene privat geführte Unternehmen.

DIE LAXENBURGER STUDIENFÄCHER
GYMNASTIK, RHYTHMIK, TANZ
Schulbroschüre, 1931

HERBSTGESPRÄCH
Anonym, 1931

DIE SCHULE FÜR RHYTHMISCHE ERZIEHUNG
HELLERAU-LAXENBURG
Gert Kaufmann (Gurit Kadman), 1933

KAISERLICHER GARTENTRAUM:
DIE SCHLOSS- UND PARKANLAGE LAXENBURG
Und die neue Mieterin: die international
bekannte Schule Hellerau-Laxenburg

Wolfgang Mastny

JEDER ZEIT IHREN RHYTHMUS,
JEDEM RHYTHMUS SEINEN RAUM
Transfer und Transformation der „Rhythmusbewegung“ von Émile Jaques-Dalcroze von Hellerau bei Dresden nach Laxenburg bei Wien
Gunhild Oberzaucher-Schüller

VON MARC CHAGALL RUSSISCHE TÄNZE GELERNT …
Erinnerungen an Hellerau-Dresden
Jožka Šaršeová, 1981

KÖRPERBILDUNG
Jarmila Kröschlová, 1922

TANZ
Valeria Kratina, 1922

RHYTHMUS UND TANZ
Ernst Ferand, 1926

ÜBER DIE „SEHR FORTSCHRITTSGESCHWELLTE
SCHULE DUNKELBRAU“
Samuel Beckett, 1932

CHRONOLOGIE HELLERAU-LAXENBURG
„Einige interessante Daten aus der Geschichte der Schule Hellerau-Laxenburg“

„LAXENBURGS NEUES OLYMPIA“
Die Schule Hellerau-Laxenburg – internationale
Forschungsstätte, Hochschule, Tanzzentrum.
Versuch einer kommentierten Chronologie.

Andrea Amort

ATTRAKTIVES WIEN: „LIBERALE ERZIEHUNGSIDEEN
UND FORTSCHRITTLICHES KUNSTBESTREBEN“
Anmerkungen zu Dialogen mit der in Wien
ansässigen Künstler:innenschaft

Andrea Amort

„WIRKLICH, ICH HABE KEINERLEI SEHNSUCHT NACH WIEN.“
Anmerkungen zum Schicksal der jüdischen Studierenden und Lehrenden an der Schule
Hellerau-Laxenburg und zwei Briefe von Arthur Kleiner und Ernst Ferand an Rosalia Chladek

Andrea Amort

ÜBER DAS TANZKOSTÜM
Emmy Ferand, vor 1938

DER MENSCH IST EIN GANZES
Von den frühen Jahren moderner tänzerischer Schulung in Hellerau-Laxenburg zum
Zeitgenössischen Tanz an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK)

Beata Bauder und Nikolaus Selimov

DIE DISZIPLIN DER CHRISTINE BAER-FRISSELL
Pionierin der rhythmischen Erziehung für Kinder
Martina Seidl

GLEICH IM RHYTHMUS DES SEINS
Vom generationenübergreifenden Einverständnis
zwischen Sergej Wolkonski und Edwin Denby

Gunhild Oberzaucher-Schüller

DIE KRAFT DER FOTOGRAFIE ALS VISUELLES ARGUMENT
Anmerkungen zur fotografischen Ikonografie
des Prospekts zur Berufsausbildung für rhythmisch-
musikalische Erziehung / Gymnastik / Tanz an
der Bildungsstätte Hellerau-Laxenburg, 1930

Roland Fischer-Briand
 

TEIL 2: INTERNATIONALE VERNETZUNGEN UND WIRKUNG

Der Ruf der Einrichtung Hellerau-Laxenburg zog Studierende
aus der ganzen Welt an. Transnationale Beziehungen gab
es unter anderem mit Tschechien, Polen, Ungarn, Finnland, aber auch Indonesien. Bislang waren diese kaum bekannt.

PRAG, WIEN, LAXENBURG –
NACHBARLICHE BEZIEHUNGEN
Die Anfänge der Moderne und die Rezeption der
Bewegungsmethode von Émile Jaques-Dalcroze in Böhmen und in der Tschechoslowakischen Republik bis 1948

Ladislav Beneš

DIE ELASTIZITÄT DER FEDER
Die bewegungshungrige Tanz- und Choreografie-
Szene im Polen der Zwischenkriegszeit

Hanna Raszewska-Kursa

HELLERAU-LAXENBURG ALS WISSENSQUELLE
Zur Geschichte der Bewegungskunst in Ungarn
Lívia Fuchs

AUF DEM WEG ZUM TANZ ALS
EIGENSTÄNDIGE KUNSTFORM
Der Einfluss der Hellerau-Schulen Dresden
und Laxenburg in Finnland

Johanna Laakkonen

DIE TANZMODERNE IM
INTERKULTURELLEN AUSTAUSCH
Hellerau-Laxenburg trifft auf indonesische Tanzkultur
Esther Lottes
 

TEIL 3: BIOGRAFIEN IM SCHATTEN DER ZEITPOLITIK

Der Schlüssel zum Verständnis des Wirkungsfeldes Hellerau-
Laxenburgs liegt in den Biografien seiner Mitwirkenden.
Die Zeitpolitik brachte etliche in Laxenburg tätige Menschen zu Tode, verschob Lebensläufe und stoppte ein idealistisches Bildungsmodell.

„WIR LEBTEN GANZ NATÜRLICH VÖLKER-
VERSTÄNDIGUNG VOR“
Aspekte zum Personen-Lexikon, zum Künstler:innen-Netzwerk und zur Verbreitung der Methode Hellerau-Laxenburg
Andrea Amort

VON ILSE ABRAHAM BIS EDITH ZUCKERMANN
HELLERAU-LAXENBURG 1925 BIS 1939
Das Personen-Lexikon
Sonja Browne, Alfred Oberzaucher, Andrea Amort
(und viele weitere Personen, denen im Impressum gedankt wird.)
 

ANHANG

DIE LEHRENDEN UND IHRE FÄCHER AN DER
SCHULE HELLERAU-LAXENBURG BEI WIEN (1925–39)

DIPLOMAND:INNEN DER SCHULE
HELLERAU-LAXENBURG (UNVOLLSTÄNDIG)

ERFORDERNISSE FÜR DAS TANZDIPLOM 1935
gezeichnet von R.C.

DAS NICHTVERÖFFENTLICHTE BUCH
(GEPLANT FÜR 1928)
Die Schule Hellerau-Laxenburg

LITERATURVERZEICHNIS

REGISTER: PERSONEN UND WERKE, WETTBEWERBE, VERANSTALTUNGEN

KURZBIOGRAFIEN DER AUTOR:INNEN

DANKSAGUNG

IMPRESSUM