OPEN
ACCESS
Cover Studien zur Musikgeschichte Österreichs und Zentraleuropas

Alexander Rausch, Björn R. Tammen, Alexander Wilfing (Hg.): Studien zur Musikgeschichte Österreichs und Zentraleuropas. Barbara Boisits zum 65. Geburtstag, Wien: Hollitzer Verlag, 2026, 698 S., 17 x 24 cm, Deutsch, Farbabbildungen, Hardcover

ISBN 978-3-99094-718-0 (hbk) € 75,00
ISBN 978-3-99094-719-7 (pdf) Open Access

Download Cover
Alexander Rausch , Björn R. Tammen , Alexander Wilfing

Studien zur Musikgeschichte Österreichs und Zentraleuropas

Barbara Boisits zum 65. Geburtstag

Barbara Boisits hat die Musikwissenschaft in Österreich über die letzten Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt – als langjährige Leiterin der Abteilung Musikwissenschaft am Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ebenso wie als Forscherin. Die ihr gewidmete Festschrift vereint 36 Beiträge mit besonderen Schwerpunkten auf einer Disziplinengeschichte der Musikwissenschaft und ihren intellektuellen wie institutionellen Weichenstellungen sowie Konzepten der Biographik zwischen Aufklärung und Celebrity Culture, archivalischer Spurensuche und Zeitzeugenbefragung.
Mit teils philologisch-werkzentrierten, teils rezeptionsästhetischen und kontextualisierenden Zugängen spannt sich ein weiter Bogen vom Repertoire der kaiserlichen Hofmusikkapelle über Oper und Militärmusik in Zentraleuropa bis hin zu zeitgenössischen Klanginstallationen. Auch würdigen Beiträge aus Semiologie, Kunst- und Architekturgeschichte, Zeitgeschichtsforschung und Rechtsgeschichte durch die Vielfalt der gewählten (inter-)disziplinären Zugänge den für die Jubilarin charakteristischen Methodenpluralismus. Drei sehr unterschiedliche Würdigungen sowie ein Schriftenverzeichnis runden den Band ab.

CONTENTS

WÜRDIGUNGEN

Karl Acham
Für Barbara Boisits – eine freundschaftlich-kollegiale Würdigung

Elisabeth Freismuth
„Von Herzen – Möge es wieder – zu Herzen gehen“

Björn R. Tammen
Barbara Boisits – Versuch einer bio-bibliographischen Würdigung
 

SEKTION I:
PLURALISMUS DER THEMENFELDER UND METHODEN

Franz Karl Prassl
Tetrardus zur Terz – oder: Ein ‚neuer‘ Psalmton mit si als Tenor und sol als Finalis?

Markus Grassl
Graz – Wien 1619: ein Problemaufriss

Björn R. Tammen
Mit allen Sinnen! Vexierspiele in einem intellektbefreiten Bildraum
des Bußpsalmencodex Herzog Albrechts V

Richard Kurdiovsky
Politik und leistbares Wohnen – damals wie heute

Tatjana Marković
Theoretische Grundlagen der Regionalforschung: Für die Etablierung
der Balkan Studies in der Musikgeschichtsschreibung

Oliver Rathkolb
„Vissi d’arte …“. Die Komplexität der US-Entnazifizierung
von Künstler:innen in Österreich

Dörte Schmidt
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt – oder:
Rechtsgeschichte und die Geschichte der Künste,
besonders der Musik, in demokratischen Gemeinwesen
 

SEKTION II:
MUSIKWISSENSCHAFT – EINE DISZIPLINENGESCHICHTE

Wolfgang Fuhrmann
Das klassizistische Erbe: Musikkritische Praxis
und ästhetische Urteile bei Eduard Hanslick

Christoph Landerer
Guido Adlers Wissenschaftsprogramm und sein
intellektueller Hintergrund: ein kognitives Panorama

Elisabeth Theresia Hilscher
Guido Adler wünscht sich eine Bibliothek. Zu Konzept und Aufbau
einer Fachbibliothek für Musikwissenschaft zu Ende des 19. Jahrhunderts

Alexander Wilfing
Zur Modernisierung der Musikwissenschaft: Gottfried Semper,
Alois Riegl, Guido Adler und das Konzept der Stilkritik

Federico Celestini
Eine weitere Wiener Schule? Guido Adler, seine Schüler und die ‚moderne‘ Musik

Malik Sharif
Robert Lach über Wesen, Zweck und Ziel der Musikwissenschaft
 

SEKTION III:
DIE KUNST DER BIOGRAPHIK

Rudolf Flotzinger
Fux, Scheibe, Daube & Co. Methodologische Nachbetrachtungen

Michele Calella
„Die Zierde jeden Salons“: Die Vermarktung von Franz Liszt
durch die Wiener Musikverlage (1838–1846)

Meike Wilfing-Albrecht
Ein „Pflichtmensch höchster Art“ – Brahms’ Wirken
für die Denkmäler der Tonkunst in Österreich

Elisabeth Maier
Ein Zeitbild im Zitat. Anton Bruckner und Josef Hyrtl

Ingeborg Harer
Pianistinnen im Grazer Kulturleben des späten 19. Jahrhunderts.
Freiräume und Spielräume?

Hans Peter Hye
Albin Förstl – eine biographische und unternehmensgeschichtliche Skizze

Eva Maria Hois
Volksmusik im urbanen Raum – Musikant:innen berichten.
Eine Momentaufnahme

Cornelia Szabó-Knotik
Auf den Spuren von Dora Schimanko
 

SEKTION IV:
RÄUME – AKTEURE – KONTEXTE

Reinhard Kapp
Ein Streifzug durch Opernschaffen und Opernproduktion
der Jahre 1848/49

Gregor Kokorz
Thusneldas viele Gesichter. Geschlechterperspektiven
im Nationalismusdiskurs des 19. Jahrhunderts

Clemens Gubsch
Liberale, konservative und deutschnationale Strömungen im
Rahmen musiktheoretischer Ausbildung: Als August Göllerich
und Friedrich Eckstein Bruckners Harmonielehre besuchten

Andrea Harrandt
„Von den Wagnerianern auf den Schild erhoben“.
Anton Bruckner als unfreiwilliger Wagner-Ersatz

Christian Glanz
Zum Thema ‚schwarzgelbe‘ Staatsidee und Musik

Vjera Katalinić
Militärmusik um die Jahrhundertwende:
Funktion, Repertoire, Intention. Eine Fallstudie

Christian K. Fastl
Das Gesangsquartett der Wiener Berufsfeuerwehr

Peter Stachel
Das Theater in Russland in den Jahren nach der Oktoberrevolution 1917
 

SEKTION V:
STIMMEN – STIMMUNGEN – WERKE

Alexander Rausch
Fux und ‚Adler‘. Zum Verständnis der Oper Dafne in lauro
von Pietro Pariati und Johann Joseph Fux

Ramona Hocker
Hören und Sehen. Zum Verhältnis von musikalischem Notat
und Libretto in Francesco Bartolomeo Contis Penelope

Christine Martin
Die Opern Anselm Hüttenbrenners

Christian Utz
Was spricht die tiefe Mitternacht? Mahler und das Unheimliche

Vlasta Reittererová
Zu einer vergessenen Freiluftaufführung der Rusalka (1926)

Susanne Kogler
Zur Kunst des Hörens und der Suche nach einer weiblichen Tradition.
Komponistinnen in Österreich

Siegfried Oechsle
‚Fluchtachte(r)l‘ am Rande der Form.
Zum fugierten Sonatenfinale bei Beethoven und Brahms
 

ANHANG

Bibliographie der Schriften von Barbara Boisits
Autor:innen